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Digitalisierung und Technologieakzeptanz: Wir brauchen eine Demokratisierung von digitalen Technologien

Digitalisierung und Technologieakzeptanz: Wir brauchen eine Demokratisierung von digitalen Technologien

Prof. Dr. Nick Lin-Hi
Universität Vechta

Erschienen am 06. Juli 2019 in der Oldenburgischen Volkszeitung

 „Ich bin immer noch von vielen Kollegen umgeben, die hoffen, dass das alles mit dem Internet wieder weggeht“ – so die Staatsministerin für Digitalisierung Dorothee Bär jüngst in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Auch wenn das Statement hoffentlich etwas überzeichnet, so weist es doch auf ein grundlegendes Phänomen hin: Menschen tun sich schwer mit (digitalen) Veränderungen.

Die Gründe hierfür sind ganz unterschiedlicher Natur. Bei dem einem liegt es vielleicht an einer grundsätzlichen Angst gegenüber allem Neuen und Unbekannten, bei dem anderen könnte es dem Umstand geschuldet sein, dass man die eigene Komfortzone durch Innovationen gefährdet sieht.

Ungeachtet der individuellen Gründe, warum man Veränderungen nicht so gerne mag, gibt es allerdings gute Argumente, uns mit selbigen auseinanderzusetzen. Dies gilt umso mehr im Zeitalter der Digitalisierung, welche nicht nur in allen Wirtschaftsbereichen, sondern ebenso in sämtlichen Lebensbereichen massive Umwälzungen bedingen wird. Digitalisierung ist bereits heute Realität und kann nicht mehr zurückgedreht werden.

Die Frage, ob wir Digitalisierung wollen, stellt sich in dieser Form damit faktisch nicht mehr. Gleichwohl haben wir heute noch die Möglichkeit, die Digitalisierung mitzugestalten. Wir haben jetzt noch die Chance, die Weichen so zu stellen, dass möglichst alle Menschen von digitalen Technologien und Innovationen profitieren können. Wenn wir dies nicht tun, dann werden andere darüber entscheiden, wie unsere digitale Zukunft aussehen wird.

Es sei unbestritten, dass mit der Digitalisierung ganz unterschiedliche Herausforderungen auf uns zukommen werden, von denen uns einige jetzt noch nicht einmal ansatzweise bekannt sein werden. Und dennoch ist Digitalisierung eine riesige Chance für uns Menschen. Zum einen, weil sie gesellschaftlichen Fortschritt in Bereichen wie Bildung, Ernährung, Gesundheit, Kommunikation und Teilhabe ermöglicht. Zum anderen aber auch, weil sie eventuell sogar die einzige Chance ist, um eine nachhaltige Entwicklung zu realisieren und damit die Erde für nachfolgende Generationen als Lebensgrundlage zu erhalten.

In Anbetracht unserer wenig nachhaltigen Lebens- und Konsummuster brauchen wir disruptive Ansätze in möglichst vielen Bereichen, um die von uns verursachten negativen Effekte für die Umwelt drastisch zu reduzieren. Wir werden Nachhaltigkeit nicht damit erreichen können, dass wir Dinge schrittweise besser bzw. weniger schlimm machen. Der einzig gangbare Weg liegt darin, Dinge komplett anders zu machen. Und genau dies geht nur mit digitalen Innovationen.

Wir werden das Potenzial der Digitalisierung indes nur dann nutzen können, wenn wir es schaffen, Menschen mitzunehmen. Schaffen wir dies nicht, so dürfen wir nicht auf eine breite Technologieakzeptanz in der Bevölkerung hoffen, infolgedessen wir die Chance vergeben, Digitalisierung positiv und proaktiv zu gestalten. Wir müssen daher Menschen die Angst vor dem Neuen nehmen und ihnen gleichzeitig zeigen, dass prinzipiell jeder Einzelne langfristig von der Digitalisierung profitieren kann. Wir brauchen daher eine Demokratisierung von digitalen Technologien in der Form, dass jeder Mensch nicht zur Zugang zu diesen hat, sondern auch in der Lage ist, sie faktisch nutzen zu können.

Diese Demokratisierung müssen wir gestalten und Menschen auf ganz verschiedenen Ebenen dabei unterstützen und ermutigen, an der Digitalisierung teilzunehmen. Eine solche Demokratisierung nimmt der Digitalisierung das Abstrakte, so dass sie erlebbar und greifbar wird.

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